Prof. Dr. Bea Lundt

Aktivitäten in der Lehre 2011-2013 in Flensburg und Ghana

 

Juni 2013: Exkursion mit Studierenden nach Lüneburg

Januar 2012: Lokale und Globale Erinnerungsorte: Ausstellung im Rathaus der Stadt Flensburg

2011/2012: DAAD-Gastprofessur an der University of Education Winneba Ghana

2011: Ausstellung im Rathaus der Stadt Flensburg zum Int. Frauenjahr 2011

Initiatorin der Schulpraktika für Lehramtsstudierende der Uni Flensburg seit 2010 in Ghana

Organisation eines Workshops sowie Exkursion über "Slave Trade" mit Deutsch-Studierenden aus Togo, Ghana und Deutschland 2012

 

Juni 2013: Exkursion mit Studierenden nach Lüneburg

 

Besuch des Salzmuseums und "salzige" sozialgeschichtliche Stadtführung. Besichtigung von Kloster und Textilmuseum Lüne sowie von Kloster Ebstorf mit der Ebstorfer Weltkarte.

 

Die Ebstorfer Weltkarte vermittelt als "mappa mundi" Vorstellungen des Weltbildes im europäischen Mittelalter. Sie entstand etwa um 1300 vermutlich in dem Benediktinerkloster in Ebstorf bei Lüneburg, wo das Original von einer Stiftsdame gefunden wurde; 1943 wurde es bei einem Bombenangriff zerstört. Doch existieren vier farbige Rekonstruktionen, davon wird eine an dem Fundort in Ebstorf verwahrt. Die Weltkarte wurde an der Universität Lüneburg gründlich untersucht, übersetzt und in allen Einzelheiten kommentiert. Sie ist interaktiv abzurufen unter:

 

http://www.uni-lueneburg.de/hyperimage/EbsKart/start.html

 

Interessant für uns war besonders die unvollständige Darstellung des afrikanischen Kontinents mit seinen phantasievoll gestalteten Bewohnern, unter anderem mit schwarz-weiß-gestreiften Menschen.

 




Januar 2012: Lokale und Globale Erinnerungsorte: Ausstellung im Rathaus der Stadt Flensburg

 

Von nahen und fernen Erinnerungsorten

 

Lehramtsstudierende der Universität Flensburg gestalten in einem Seminar des Fachs Geschichte Antworten auf die Frage nach ihrem persönlichen zentralen "Erinnerungsort".

 

Stadtpräsident Dr. Christian Dewanger (Universität Flensburg) eröffnete die Ausstellung zum Thema "Erinnerungsorte".

 

Der Studierende Torben Wunderlich recherchierte im Rahmen des Seminars alle in Flensburg befindlichen 'Stolpersteine' und stellte die Informationen über sie auf einer Collage zusammen. Das Poster wurde auf Wunsch von Dr. Dewanger gerahmt und im Rathaus der Stadt Flensburg aufgehängt.

 

Hier ein Link mit Infos zu dem erinnerungskulturellen Konzept "Stolpersteine".

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine

 

Poster von Torben Wunderlich


Die Bedeutung eines transnationalen Geschichtsbewusstseins

 

Neben den lokalen Erinnerungsorten gab es auch Poster, die im Rahmen der internationalen Kooperationen der Universität Flensburg entstanden. So wurden die westafrikanischen Sklavenburgen "Cape Coast Castle" sowie "Elmina Castle" in Ghana unter dem Gesichtspunkt ihrer Bedeutung als Mahnmal für die Weltbevölkerung beleuchtet. Für mehrere Studierende, die selber im Zuge ihres Schulpraktikums nach Ghana reisten, schärften diese Erinnerungsorte das Bewusstsein für die kollektive, ja globale Bedeutung der menschenrechtsverletzenden Handlungen jener Zeit.

 

Zu sehen sind hier die beiden Poster mit Informationen zu den Sklavenburgen (v.l.) "Cape Coast Castle" (Nina Paarmann)

sowie "Elmina Castle" (Alexander Maahs, Daniel Reimers)

 

Mit dem Zitat: "Die [Vergangenheit] ist erst überwunden, wenn die Symmetrie der Erinnerungen wieder hergestellt ist und beide Seiten ihre entgegengesetzten Perspektiven in einem gemeinsamen höheren Rahmen aufheben können", weist Aleida Assmann (2007) ebenfalls auf die transnationale Bedeutsamkeit solcher Gedenkstätten hin und verdeutlicht, welche Wichtigkeit der Überwindung eines nationalstaatlichen Denkens für die Bildung eines globalen Gedächtnisses beigemessen wird. Durch den Transatlantischen Sklavenhandel, der maßgeblich von europäischen Kolonialmächten bestimmt wurde, erlangte auch die Stadt Flensburg ihren Reichtum. Zur Herstellung des Rums, für den die Stadt bis heute noch berühmt ist, war das von afrikanischen Sklaven auf den Westindischen Inseln geerntete Zuckerrohr unabdingbar und gelangte im Zuge des Dreieckshandels in die norddeutsche Hafenstadt.

 

Auch die Studierenden aus Flensburg wurden bei der Besichtigung der Sklavenburgen auf interkultureller Ebene immer wieder mit ihrer "historischen Schuld" konfrontiert, denn ein Großteil der Besucher war afroamerikanischer Herkunft- auf der Suche nach der eigenen Identität.

 

Bereits 1979 erklärte die UNESCO zahlreiche Bauten der Kolonialzeit, unter anderem auch die beiden genannten Kastelle sowie "Groß Friedrichsburg", eine ehemals deutsche Handelsniederlassung, zum Weltkulturerbe. Somit zählen sie zu den bedeutsamsten und wichtigsten Erinnerungsorten des Kontinents, auch das globale Gedächtnis betreffend.

(Nina Paarmann)

 

Eine Ausstellung zum Transatlantischen Sklavenhandel kann auch im Flensburger Schifffahrtsmuseum besucht werden. Weitere Informationen dazu unter:

 

http://www.flensburg.de/bildung-kultur/schifffahrtsmuseum/rum-und-zucker-meile/index.php

 

Auch Dr. Wazi Apoh, Anthropologe der University of Ghana, referierte dort am 8. März 2013 zum Thema "Wie lebten Deutsche in ihren westafrikanischen Kolonien?" und stellte die Ergebnisse seiner Ausgrabungen deutscher Kolonialbauten in der Volta-Region Ghanas (Westafrika) vor.

 

 

2011/2012: DAAD-Gastprofessur an der University of Education Winneba Ghana

 

Im September/Oktober 2011 sowie 2012 nahm ich eine Gastprofessur im Fach Geschichte an der UEW wahr (DAAD). Ich unterrichtete jeweils 4-6 Wochen verschiedene Kurse an dieser Hochschule. Neben einem Dozenten aus Kanada, der in dem Fach Politik tätig ist, war ich 2011 die einzige "weiße" Hochschullehrerin auf dem Campus. Inzwischen hat sich die Situation deutlich geändert, vor allem auch durch den Deutschunterricht, der von Sprachassistentinnen aus Deutschland erteilt wird. In den letzten zwei Jahren hat sich die UEW deutlich internationalisiert und eine Reihe von Partnerschaftsabkommen mit Hochschulen in Europa und Amerika abgeschlossen. Ähnliches gilt auch für die Universität Flensburg, die ein Auslands- bzw. Praktikumssemester für Lehramtsstudierende vorsieht. Ein 4-Semestriger Studiengang für Grundschullehrer sieht ein eigenes Modul "Globales Lernen" vor.

 

Prof. Dr. Bea Lundt bei ihrer Lehrtätigkeit im Fach Geschichte als Gastprofessorin an der UEW


Me (Bea Lundt) and my African Students 2011, Foto: Nina Paarmann


2011: Ausstellung im Rathaus der Stadt Flensburg zum Int. Frauenjahr 2011

 

Im Internationalen Frauenjahr 2011 (100 Jahre Internationaler Frauentag) gab es zahlreiche Aktivitäten innerhalb der Stadt Flensburg. Die ASF (Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen) rief in einer Projektinitiative dazu auf, sich mit Beiträgen zu dem Thema "Geschlechtergerechtigkeit im 21. Jahrhundert" zu äußern. Daher habe ich in einem Seminar im Rahmen des Master-Studiengangs Geschichte mit Studierenden eine Ausstellung im Rathaus Flensburg vorbereitet und veranstaltet. Die Studierenden gestalteten Poster zu Themen ihrer Wahl. Die Ausstellung zum Thema:

 

Geschlecht als Handicap? Lebenswelten von Mann und Frau im Spiegel von Bildern und Texten

 

Bei der Eröffnung der Ausstellung im Rathaus Flensburg: Prof. Dr. Wara Wende (Präsidentin der Universität Flensburg 2010-2012, jetzt Ministerin für Bildung und Wissenschaft in Schleswig-Holstein), Silke Hinrichsen (stellvertretende Fraktionsvorsitzende des SSW, gest. 08.03.2012). Berichte und Fotos erschienen im "Flensburger Tageblatt" sowie "Flensborg Avis" (dort dieses Foto).

 

Melanie Johannsen und andere publizierten Ergebnisse, Materialien und Fotos des Projektjahres unter dem Titel: "Geschlecht als Handicap. Ein Flensburger Projekt zur Geschlechtergerechtigkeit" 2012. In diesem Buch befinden sich Berichte über die Entstehung der Ausstellung aus der Sicht der Studentin Franziska Knop sowie der Seminarleiterin Bea Lundt.



Initiatorin der Schulpraktika für Lehramtsstudierende der Uni Flensburg seit 2010 in Ghana

 

1. Schulpraktikum in Ghana

 

Im Jahre 2009 fuhren vier Professoren der Universität Flensburg (UF) nach Ghana (DAAD-finanziert), um mit ghanaischen Universitäten über Kooperationen zu diskutieren und entsprechende Verträge abzuschließen. Ein zentrales Ergebnis dieser Verhandlungen:

 

Seit 2010 können Lehramtsstudierende unserer Hochschule ihr sechs-wöchiges Schulpraktikum jeweils im September/Oktober an verschiedenen Einsatzorten in Ghana absolvieren. Jeweils 12-16 Studierende aus Flensburg machten jedes Jahr Gebrauch von diesem Angebot.

 

Berichte mit Fotos über die Schulpraktika in Ghana unter:

 

Notizen aus der Universität

 

sowie im Zeitungsartikel der shz vom 18.01.2011: "Zwischen Spontanität und Schlangen", einzusehen unter:

 

http://www.shz.de/nachrichten/deutschland-welt/bildung/zwischen-spontanitaet-und-schlangen-id1082951.html

 

Die Studierenden unterrichteten:

 

an einer Ausbildungsschule der University of Education Winneba (UEW): University Practical School South,

in dem kleinen Ort Wurupong in der Volta-Region (eine halbe Autostunde von Kpando am Akosombo-Stausee entfern).

Es gibt dort sechs Schulen und Unterkunftsmöglichkeiten für sechs Studierende in einer Lodge.

in der Achimota-Schule bei Accra. An dieser Eliteschule mit Internat wurde bis vor kurzem Deutsch unterrichtet.

neu ist seit 2013 der Unterricht in Schulen auf dem Campus der University of Cape Coast (UCC),

auch ein Angebot, in dem Ort Swedru etwas nördlich von Winneba zu unterrichten, ist neu für 2013.

Es ist uns wichtig, Erfahrungen in verschiedenen Schulen machen zu können. Das Gesamturteil über die Lernsituation in Ghana kann also auf einer differenzierten Grundlage erfolgen. Die Studierenden können sich austauschen vor allem über die unterschiedlichen Lern- und Arbeitsbedingungen in städtischen und ländlichen Kontexten. Auch der Einfluss einer Hochschule auf die regionale Lehramtsausbildung bzw. der von Institutionen (z.B. Kirchen) sowie Personen (Schulleitung, Mentoren) auf die Schullandschaft wird deutlich.

 

Im Jahre 2013 wollen wir ein für alle Studierenden verpflichtendes Schussseminar von zwei Tagen in Accra veranstalten und dazu auch einige Betreuer/Mentoren aus den verschiedenen Einsatzorten hinzuziehen. Die Evaluation der Schulpraktika soll also gemeinsam erfolgen; das Konzept wird ständig fortentwickelt.

 

2. Betreuung in Ghana

 

Die Betreuung der Praktikanten und Praktikantinnen unserer Uni liegt bei verschiedenen Kontaktpersonen aus Ghana und Flensburg. Im Rahmen dieser Aktivitäten fuhren bisher mit nach Ghana: Ulrike Bischoff-Parker (Leiterin des International Office der Universität Flensburg), Dr. Wolfgang Schulz (Pädagogik), Dr. Hans-Dieter Grohmann (Germanistik), Dr. Günter Rinke (Germanistik), Alice Herrmann (Germanistik), Gabi Asmussen (Leiterin Schulpraktische Studien), Prof. Dr. Bea Lundt (Geschichte).

 

Von ghanaischer Seite werden wir an der University of Educatiopn Winneba (UWE) im Rahmen der Lehramtsausbildung betreut. Die ghanaischen Studierenden schließen nach einem vierjährigen Studium ihren Bachelor ab und gehen dann in ihr Praxisjahr, das von Hochschullehrern betreut wird. Die UEW bietet auch eine Reihe von Master-Studiengängen an.

 

Es ist geplant, noch deutlicher als bisher die Praktika der deutschen Studierenden mit der Ausbildung der ghanaischen Lehramtsanwärter zu verknüpfen. So beginnt das Praktikum für alle Studierenden der UF mit einer Woche an der UEW, in der sie an der Hochschule in ihren Fächern hospitieren und über die Lehramtsaubildung in Ghana Recherchen anstellen. Danach werden sie in den Schulen, in denen sie unterrichten, von Lehrpersonen betreut, die sich als "Mentoren" zur Verfügung stellen. Es ist geplant, an einem "Unitag" zusammen mit den ghanaischen "Referendaren", die sich in der Praxisphase ihrer Ausbildung befinden, eine Auswertung der Unterrichtserfahrungen an der Hochschule zu absolvieren. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Betreuung in Swedru und Cape Coast entwickelt.

 

In Wurupong werden wir von einem deutsch-ghanaischen Ehepaar betreut, das in enger Kooperation mit der lokalen Schulbehörde steht.

 

Erstmalig ist 2013 die Unterbringung und Verpflegung eines Teils der Lehramtsstudierenden aus Flensburg in ghanaischen Gastfamilien vorgesehen.

 

Das Foto zeigt den Südcampus der University of Education Winneba, einem von insgesamt drei Campi der Stadt.


Auf diesem Foto ist die Schulleiterin der Primary-School der Universitätsschule UniPra South (University Practical South) zu sehen.

 

 

3. Die Schulen und die Klassen

 

Auf dem Campus der Schulen in den verschiedenen Einsatzorten befinden sich jeweils kooperierende Schulen in enger Nachbarschaft: Primary School Class 1-6 sowie Junior High School Class 1-3. Jede der beiden hat ihre eigene Schulleitung.

 

Als geeignet für unseren Unterricht haben sich erwiesen: die Klasse 5 der Primary-School, da die Kinder in dieser Jahrgangsstufe bereits über ausreichende Englischkenntnisse verfügen, um mit den Lehramtsstudierenden der UF kommunizieren zu können. Zudem sind sie in dieser Klasse noch nicht dem Prüfungsdruck ausgesetzt, der in Klasse 6 angesichts des Übergangs auf die Nachbarschule besteht. Aus demselben Grund bietet sich auch die Klasse 2 der Junior High School an, in der die Situation der Schülerinnen und Schüler sich nach der Übergangsklasse stabilisiert hat, sie aber noch nicht unmittelbar mit dem für ihren weiteren Lebensweg entscheidenden Schussexamen konfrontiert sind. Es gibt einen für eine Reihe westafrikanischer Länder standardisierten Test am Ende der JHS 3, dessen Ergebnis darüber entscheidet, ob und wenn ja an welcher Schule Schüler und Schülerinnen ihre Ausbildung fortsetzen dürfen. Nur wer eine bestimmte Punktzahl erreicht, darf in eine Art "gymnasiale Oberstufe" wechseln, die nach drei Jahren mit der Hochschulreife abschließt.

 

Das Foto zeigt einen Klassenraum der Presbytarian Grundschule in Wurupong.

 

Zu sehen ist auf diesem Bild das Schulgelände der UniPra South in Winneba. Im vorderen Gebäude befinden sich die Klassenräume der JHS,

im zurückgelegenen, dem blaufarbenen, sind die Jahrgangsstufen Primary 1-6 untergebracht.

 

4. Fächer und Unterricht

 

Wir haben bisher Unterricht in folgenden Fächern erteilt:

 

Die meisten Praktikanten und Praktikantinnen aus Flensburg unterrichten das Fach Englisch, das in allen Schulen mit einer hohen Stundenzahl unterrichtet wird. Es gilt, die sprachlichen Kompetenzen der Kinder in dieser Fremdsprache zu verbessern und den Umgang mit Texten zu üben.

 

Darüberhinaus haben unsere Studierenden aber auch Unterricht erteilt in ihren Studienfächern Mathematik, Biologie, Sport, Geschichte, Politik, Geographie und Musik. Wir orientieren uns an den Richtlinien des Landes Ghana in den jeweiligen Fächern (Syllabi). Bewährt hat sich vor allem eine Unterrichtsreihe mit dem Titel "Mapping our Environment" in dem integrierten Fach "Social Studies" in Klasse 8 (in Ghana Klasse JHS 2). Bei diesem Thema sollen Kompetenzen vermittelt werden, sich in der Umgebung zurechtzufinden, Kartenverständnis zu gewinnen und die Kompetenz zu erlangen, selber welche zu erstellen (etwa den Schulweg zu beschreiben).

 

Dieses Foto zeigt die Studentin Jule Griese, die 2011 in Wurupong mit der JHS 2 der Presbytarian School das "Karten-Projekt" durchführte.

 

Dieses Foto zeigt ein Kind im Biologieunterricht.

 

In dem Ort Wurupong findet seit 2010 am Ende der Unterrichtszeit ein Auswertungstag in dem Gemeindezentrum statt. Dort werden die Ergebnisse des Unterrichts auf Stellwänden präsentiert. Zugleich werden an die besten Schülerinnen und Schüler Preise vergeben. Dieser "Speech-and-Prize-Giving-Day" findet unter der Schirmherrschaft des Chief der Region statt, der mit seinem ganzen Gefolge das Event eröffnet und begleitet. Der Tag beginnt damit, dass die Schülerinnen und Schüler klassenweise durch den Ort marschieren, den Chief und seinen Thronrat abholen und zum Gemeindezentrum eskortieren. Das Programm hat in jedem Jahr eine Erweiterung gefunden. So sind seit 2011 auch die Kindergärten beteiligt. Mehr und mehr gibt es auch künstlerische und musikalische Darbietungen von Kindern, Schülern und Schülerinnen. Über diese Veranstaltungen existieren Videoaufnahmen.

 

Dieses Foto zeigt den Chief "Nana Asiakwa II., Omanhene der Nkonya Traditional Area" und seine Gefolgschaft im Community Center

des Ortes Wurupong kurz vor der Eröffnung des Präsentationstages.

 

Auf diesem Bild sind SchülerInnen Wurupongs zu sehen, die ihre eigenen aber auch die aus den Unterrichtsprojekten

hervorgegangenen Arbeiten anderer Kinder auf dem "Speech-and-Prize-Giving-Day" im Community Center des Ortes bewundern.

    
5. Kontaktpersonen

 

Unsere wichtigsten Kontaktpersonen in Ghana sind Dr. Kwadjoe und Ingrid Fordjor, ein deutsch-ghanaisches Ehepaar, das uns in die afrikanischen Lebensverhältnisse einführte und vor allem in Wurupong betreut. Der Blog von Ingrid Fordjor:

 

http://schulenwurupong.blogspot.de

 

informiert über den Ort Wurupong, die Lebensbedingungen sowie die Schulsituation. Zudem haben die Lehramtsstudierenden ihre Arbeit beschrieben, indem sie Ziele und Methoden ihrer Unterrichtsreihen sowie die dabei erreichten Ergebnisse ausführlich in Bild und Text dokumentieren.

Dr. Kwadjoe Fordjor, pensionierter Dozent für Erwachsenenbildung an der University of Ghana Legon, Accra, betreut die Praktikantinnen und Praktikanten ebenfalls durch einen Lehrauftrag an der Uni Flenburg.

 

Das Foto zeigt Prof. Dr. Bea Lundt zusammen mit den ghanaischen Kontaktpersonen Ingrid und Dr. Kwadjoe Fordjor.

6. Vorbereitung

 

Die Vorbereitung der Studierenden findet während des Sommersemester in einem eigenen Seminar statt. 2013 war erstmalig an dieser Lehrveranstaltung auch ein Ghanaer beteiligt: Prof. Dr. Yaw Ofosu-Kusi, der seit März 2013 als Gastprofessor von der UEW (DAAD) an der Universität Flensburg ausbildet. Damit konnte ein entscheidender Schritt hin zu einer Professionalisierung der Vorbereitung in Kooperation zwischen Ghana und Flensburg getan werden.

 

Diese Veranstaltung hilft nicht nur bei der Ausarbeitung von Unterrichtskonzepten für die schulpraktische Arbeit. Sie vermittelt auch interdisziplinär Basiserkenntnisse über Prozesse der Globalisierung der Welt und die Folgen für die Beziehungen des Globalen Südens mit dem Globalen Norden, über neue Konzepte der Lehramtsaubildung, interkulturelles Lernen und entsprechende Kompetenzen, Postcolonial Studies, international differente Bildungskonzepte, die Herausforderung nachhaltiger Entwicklung. Ein landeskundlicher Teil über Westafrika schließt sich an.

 

Das Seminar ist im Studiengang Vermittlungswissenschaften im Bereich "Differenz, Heterogenität und Integration" ausgewiesen sowie im Fach Geschichte mit dem Schwerpunkt "Europäische Geschichte im globalen Zusammenhang" (jeweils 4. Modul).

 

7. Außerschulisches Praktikum

 

Auch ein außerschulisches Praktikum kann in Ghana absolviert werden, etwa in den politischen Stiftungen, der Botschaft, in Projekten von Hilfsorganisationen wie einem Zentrum für Straßenkinder in Accra. Ein Studierender des Master-Studiengangs "Kultur-Sprache-Medien" hat bereits 2012 Gebrauch von diesem Angebot gemacht und im Goethe-Institut Accra Praxiserfahrungen mit der Kulturarbeit in einem afrikanischen Land machen können.

 

8. Perspektiven

 

Es sind bereits eine ganze Menge von Examsarbeiten aus diesem Projekt erwachsen. Es ist daran gedacht, diesen ein deutlicheres empirisches Fundament zu geben. Bereits seit 2012 fahren Studierende, die schon ihr Schulpraktikum in Ghana absolviert haben, auch ein zweites mal nach Ghana, um dort Recherchen für eine Bachelor- bzw. Masterarbeit vorzunehmen. Auch 2013 werden wiederrum Masterarbeiten im Zusammenhang mit dem Ghana-Aufenthalt entstehen. Die Möglichkeit, eigene Forschungen anzustellen, setzt voraus, dass gute Kontakte zu den Gastuniversitäten bestehen, freundschaftliche Beziehungen zu Betreuern vor Ort unterhalten werden und die Vertrauensebene zwischen den Hochschulen noch weiter verfestigt wird.

 

Verschiedene Bereiche in Forschung und Lehre sind in Vorbereitung:

 

  • DaF: so sollen Studierende der Germanistik an der Universität Flensburg ein spezielles Modul "Deutsch als Fremdsprache, Deutsch als Zweitsprache" absolvieren können, um in Ghana Deutsch zu unterrichten.
  • Medienprojekt: Gedacht ist auch daran, mit Kindern in Ghana und Deutschland zusammen Medienprojekte durchzuführen. Dieses Projet knüpft an Vorarbeiten von Dr. Yaw Ofosu-Kusi an, der einige Jahre über Straßenkinder in Ghana forschte. Er gab ihnen Kameras, damit sie ihren Alltag dokumentieren. 2012 wurden erste Erfahrungen mit Kindern in einer Slumschule in Accra erworben, die einen Film in ihrer Umgebung drehten.
  • Interviews mit Kindern: auch hier geht es um Kooperation mit unserem Gastprofessor aus Ghana. Es sollen afrikanische Kinder, die in Deutschland leben, interviewet werden. Ziel ist es, Informationen über eine multikulturelle Erziehung zusammenzutragen.
  • Tagung: in Zusammenarbeit mit den "European Studies" ist für Dezember 2013 eine Tagung an der Universität Flensburg geplant, die das Projekt "Europa aus einer globalen Perspektive" beleuchten soll.

 

In den beiden Ausgaben des Mitteilungsblattes der UF aus 2012 geben die Artikel "Brothers and Sisters in Ghana und Flensburg: die Partnerschaft zwischen der Uni Flensburg und der University of Education Winneba/Westafrika" (Ausgabe 1) sowie der Bericht "'Obruni' aus Flensburg in Ghana" (Ausgabe 2) weiterführende Informationen zu den Praktika und der deutsch-ghanaischen Kooperation wieder, ebenso wie zur Gastprofessur von Prof. Dr. Bea Lundt (s.u.) und dem im Aufbau befindlichen Deutsch-Department der UEW.

 

Mitteilungsblatt_2012_1.pdf

Mitteilungsblatt_2012_2.pdf



Bisher aus den Ghanaaktivitäten hervorgegangene Exams-/Abschlussarbeiten

 

Bachelorarbeiten

 

Friederike Rautenberg (2010): Der Lernbereich "Globale Entwicklung" im Geschichtsunterricht. Kolonialismus im Geschichtsbewusstsein.

 

Kristina Kühn (2011): Die Didaktik der interkulturellen Kommunikation in der Grund- und Hauptschule am Beispiel Afrikas. Eine kritische Durchsicht von Unterrichtseinheiten der letzten Jahre.

 

Sarah Hillmann (2011): Flensburg in der Kolonialwirtschaft. Eine postkoloniale Sicht auf die Selbstdarstellung einer Stadt.

 

Niels Küstermeier (2012): Ölfunde in Ghana - Segen oder Fluch?

 

Nina Paarmann (2013): Frühkindliche Erziehung im internationalen Diskurs - am Beispiel Ghanas -

 

Alexander Maahs (2013): Neo-Kolonialismus in Afrika - Warum der reichste Kontinent gleichzeitig der ärmste ist.

 

Lisa Foit (2013): Ruanda- von der Kolonialisierung zum Völkermord.

 

Holger Stahl (2013): Global History: Umsetzung in der Sekundarstufe der Gemeinschaftsschule (eine kritische Umschau)

 

Masterarbeiten

 

Carolin Szibor (2012): Gewaltfreies Classroom Management. Möglichkeiten und Grenzen am Beispiel Ghanas. Eine kritische Analyse.

 

Amelie Peters (2012): Demokratie und Schule in Entwicklungsländern. Das Fallbeispiel Ghana. Ein kritischer Literaturüberblick.

 

Jasper Günther (2012): Non-Profit-Organisationen im Einsatz in Westafrika: Der Lernprozess von Entwicklungshelfern am Fallbeispiel Ghana.

 

Friederike Rautenberg (2012): Nationalgeschichte auf dem Prüfstand - Deutscher Kolonialismus in Afrika in der Erinnerungskultur.

 

Nils Petersen (2012): "Geschichte Global gedacht". Die asiatischen Kulturräume Japans und Chinas im Vergleich zu Europa in der frühen Neuzeit 1500-1800. Eine kritische Literaturanalyse.

 

Kristina Kühn (2012): Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrer im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Ein Überblick über Initiativen, Motivation und Perspektiven am Beispiel Schleswig-Holstein.

 

Tanja Ohlmann (2012): Weibliche Genitalverstümmelung. Informationen, Probleme und Aktivitäten um "Female Genital Mutilation". Ein Überblick über die Verarbeitung eines schwierigen Themas.

 

Kristina Knyazev (2012): Die Ambivalenz der Figur Hanna Reitsch (1912-1979) . Selbstdarstellung und Literaturüberblick.

 

Hanna Schmidt (2013): Boosting Basic Education in Sub-Saharan Africa. Using the Exemple of Ghana: A Challenge for the Education and Motivation of Public School Teachers.

 

Ilona Westphal (2013): Ausbildungssystem und Arbeitsrealität im Bereich Sonderpädagogik in Ghana.

 

 

Organisation eines Workshops sowie Exkursion über "Slave Trade" mit Deutsch-Studierenden aus Togo, Ghana und Deutschland 2012

 

An der Universität Lomé studieren über Tausend togoische Studierende Deutsch. Sie werden ausgebildet von 18 afrikanischen Hochschullehrern, die alle hervorragend Deutsch sprechen. Seit einigen Jahren schon veranstaltet die Deutsch-Fakultät der Universität  Lomé Exkursionen nach Ghana, um dort die Sklavenburgen zu besuchen und in Workshops über den deutschen Kolonialismus zu diskutieren. Höhepunkt der Reise ist Groß-Friedrichsburg, eine vom "Großen Kurfürst" Friedrich Wilhelm Anfang des 18. Jahrhunderts errichtete brandenburgisch-preußische Handelsniederlassung. Aus eigener Anschauung sollen die zukünftigen Deutschlehrer aus Togo auch mit der "dunklen" Seite der Geschichte vertraut gemacht werden. 2012 wurde die Gruppe aus Flensburg eingeladen, sich an der Reise zu beteiligen. Es ist der Wunsch der Uni Lomé, die Studierenden aus Togo und ihre Begleiter mit den neuen Deutsch-Studierenden und Hochschullehrern aus Ghana und den Praktikantinnen und Praktikanten aus Flensburg zusammenzubringen. Eine solche Begegnung stellt für alle eine Bereicherung dar. So kam es, dass ich in Winneba einen ersten Workshop über Sklavenhandel und kollektives Gedächtnis durchführte. In deutscher Sprache!

 

Prof. Adjai Paulin Oloukpona-Yinnan, Germanist an der Universität Lomé, begleitet die Gruppe aus seiner Hochschule (vierter v.l.)

 

Nach Abschluss der Exkursion feierten alle ausgelassen miteinander bei Musik und Tanz

 

In der 1. Ausgabe des Mitteilungsblattes der UF von 2013, gibt der Artikel "'Unser' Deutsch-Department in Ghana" weiterführende Informationen zum geplanten Aufbau eines Germanistikinstituts an der University of Education Winneba wieder. Auch der derzeitige Ausbau von Kooperationen mit weiteren westafrikanischen Ländern wird hier näher erläutert.

 

Mitteilungsblatt_2013_1.pdf