Tagungen
  • September 2011: Veranstaltung einer Internationalen Tagung in Ghana über Deutschen Kolonialismus in West-Afrika

     

    2011 fand in Winneba (Ghana) eine Tagung zum Deutschen Kolonialismus in West-Afrika statt, an der Wissenschaftler aus den Ländern Ghana, Kamerun, Niederlande sowie den USA teilnahmen.

     

    29.9.-1.10.2011 an der University of Education Winneba (UEW) Ghana (zusammen mit Wazi Apoh, University of Ghana Legon, Ntewusu Aniegye, University of Ghana Legon)

     

    ​Das Foto zeigt Teilnehmende der Tagung: ganz links Prof. Kofi Darkwah, Historiker, University of

    Education Winneba, ganz rechts mit Mikrophon Dr. Nkwi Walters, Historiker, Universität Buea Kamerun.

    Foto: Nina Paarmann

     

     

     

    Alhaji Sulemana Alhassan bei der Präsentation eines traditionellen Gesanges über den Kolonialismus

    der Deutschen im Norden Ghanas. Foto: Nina Paarmann

     

     

     Im Anschluss an die Tagung fand eine Exkursion statt zu den Sklavenburgen Cape Coast Castle sowie

    Elmina Castle/Ghana. In den beiden Slave Dungeons legten wir Kränze nieder. Foto: Nina Paarmann

     

     

    Tagungsbericht von Dr. Jan-Bart Gewald, Leiden/Niederlande

     

     

     

  • Oktober 2012: Veranstaltung einer Internationalen Tagung in Ghana zum Brüder Grimm Gedenkjahr über (Hi)stories in/about West-Africa

    Narrating (Hi)Stories. Storytelling in/about West-Africa

     

    Vom 18.-20.10.2012 fand im Goethe-Institut in Accra, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ulrich Marzolph, Akademie der Wissenschaften Göttingen sowie President of the International Society for Folk Narrative Research (ISFNR), eine Tagung statt.

     

    Die ISFNR (International Society for Folk Narrative Research) ist die Weltorganisation für Erzählforschung; sie umfasst zur Zeit etwa 700 Mitglieder aus 80 Ländern. Im Vorstand sind alle Kontinente vertreten. Nach dem Tod eines Mitglieds aus Afrika südlich der Sahara vor einigen Jahren fehlt aber ein Repräsentant für diese Region. Prof. Marzolph ist der erste Präsident der ISFNR aus Deutschland. Er bemüht sich daher zur Zeit besonders um den Aufbau neuer Kontakte nach Afrika.

     

    http://www.isfnr.org/index2.html

     

     

    Der Konferenzbericht der Tagung 2012 im Goethe-Institut in Accra befindet sich in H-Soz-und-Kult.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Dezember 2013: Internationale DAAD-Tagung "Global Perspectives on Europe"

    Am 06. und 07. Dezember 2013 hat an der Universität Flensburg eine internationale DAAD-Konferenz mit unserem Gastprofessor Prof. Dr. Yaw Ofosu-Kusi aus Ghana (an der Universität Flensburg 2013-2014, DAAD finanziert) zum Thema "Global Perspectives on Europe" stattgefunden.  Vom Morgen des 05.12. bis zum Mittag des 06.12.13 tobte in Schleswig-Holstein der Orkan "Xaver". Genau an diesem Tag sollte unsere Tagung beginnen.

     

     

     

    Aber die Gäste, welche aus Australien, China, Südafrika, Spanien, Italien, Luxemburg und weiten Teilen Deutschlands anreisten, trotzten dem stürmischen Wetter des Nordens, sodass die Konferenz, wenn auch etwas verzögert, wie geplant stattfinden konnte.

     

    Die Konferenzteilnehmer und Teilnehmerinnen referierten über die globalen Perspektiven auf Europa, wobei die Bereiche Wirtschaft/Politik, Rechtswissenschaften, soziokulturelle Strukturen und historische Entwicklungsprozesse im Zentrum des Interesses standen und immer wieder aufs neue verschiedentlich beleuchtet und kritisch hinterfragt wurden.

     

    Auch Prof. Dr. Werner Reinhart, Präsident der Universität Flensburg, bereicherte die Tagung mit einem Beitrag zur Rezeptionsgeschichte des Grimm-Märchens "Hänsel und Gretel" im Diskurs der Dichtkunst zeitgenössischer amerikanischer Literatur.

    In weiteren Referaten wurde die "Außensicht" auf Europa aus den Perspektiven Südafrikas, Chinas, Südost-Asiens, der Türkei, Ghanas, Libyens, Australiens, der Karibik oder Italiens thematisiert.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Die Erträge der Tagung wurden 2016 publiziert.

     

     

     

     

    Global Perspectives on Europe. Critical Spotlights from five Continents.

    Bea Lundt, Sophie Wulk (Eds.)

    Reihe: Narrating (Hi)stories. Kultur und Geschichte in Afrika / Culture and History in Africa

    Bd. 4, 2016, 350 S., ISBN 978-3-643-90797-4

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Das Hauptgebäude der Universität Flensburg wurde bereits bei dem Orkan "Christian" im Oktober 2013 schwer beschädigt. Der zweite Orkan "Xaver", der sechs Wochen später über Schleswig-Holstein tobte, wurde daher mit Sorge erwartet, da das Gebäude bis dahin nicht vollständig wiederhergestellt werden konnte. Das Foto zeigt den Zustand während der Tagung.

  • Juli/ August 2014: workshop über Kultursensible Arbeit mit Medien im Dialog zwischen Europa und Afrika

    Fotografie und Film als interkulturelle Brücke für Selbstdarstellung und Dokumentation innerhalb der Kooperation von UEW und UF

     

     

    28. Juli bis 2. August 2014  in der Europa-Universität Flensburg

     

     

    Prof. Dr. Yaw Ofosu-Kusi, Ökonom und Soziologe aus Ghana, zur Zeit Gastprofessor an der Europa-Universität Flensburg 2013 bis Ende September 2014,  hat in dem Slum „Sodom and Gomorrha“ in Agbogbloshi in Accra mit Kindern gearbeitet: er gab ihnen Kameras, damit sie ihren Alltag dokumentieren. Aus der Kommentierung dieser Fotos entstanden verschiedene Publikationen. Seit Jahren arbeitet Herr Ofosu-Kusi zusammen mit Prof. Phil Mizen, Uni Warwick (UK), zu solchen Fragen.

     

    Herr Ofosu-Kusi hat während seines Aufenthaltes in Deutschland mehrfach die Ergebnisse seiner Arbeit in Vorträgen vorgestellt.

     

    Daran anknüpfend wurde durch Vermittlung von Herrn Ofosu-Kusi im Jahre 2012 in der Schule „Bethel“ in diesem Slum ein Film mit Kindern gedreht: Der Dokumentarfilmer aus Berlin, Johannes Preuss, Prof. Bea Lundt sowie eine Gruppe von 6 Studierenden der Europa-Universität Flensburg erarbeiteten zusammen mit Schülerinnen und Schülern eine Verfilmung der in Ghana bekannten Geschichte der Märchengestalt des Spinnenmannes Ananse: „Ananse and the Magic Bowl in Agbobloshie“. Herr Preuss arbeitet seit vielen Jahren für den DED und macht Dokumentarfilme in Westafrika; vor allem auch zum Thema „Geschichtenerzählen“ hat er in ländlichen Regionen mit traditionellen Erzählern kooperiert und gemeinsam mit ihnen Filme gestaltet.

     

    Die Kinder hatten sich selber für diese Geschichte von Ananse entschieden. Es zeigte sich, dass sie mit großer Leidenschaft das Medium Film einsetzten und im Laufe einer Woche eine überaus kreative Leistung erbrachten: Sie transferierten die Urwaldgeschichte in ihren eigenen städtischen Kontext und bewiesen damit die Aktualität und Anpassungsfähigkeit der überlieferten Erzählung.

     

    (Text: Bea Lundt, Layout: Nina Paarmann)

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Filme, die Johannes Preuss in Westafrika drehte, finden sich in Youtube unter: j-f-p-films: http://www.youtube.com/user/jfpfilm

    Dort auch weitere Ananse-Filme, die in Beratung durch Prof. Bea Lundt entstanden.

     

    Die Finanzierung des workshops erfolgte durch den DAAD.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Februar 2015: Internationale Tagung zu "Future perspectives of Children and Youths in Ghana and Germany" an der University of Education Winneba (Ghana)

     

    24.02.2015, University of Education Winneba

     

    This conference took place at the University of Education Winneba, Ghana as a cooperation between Prof. Dr. Bea Lunst, Prof. Dr. Sandra Rademacher, Prof Dr. Andrea Kleeberg-Niepage (all Europe-University of Flensburg) and Prof. Dr. Yaw Ofosu-Kusi (University of Education Winneba).

     

    Finanziert wurde diese Tagung vom DAAD.

  • Juli 2015: Internationale Tagung über "Märchen und andere Narrationen in und über Afrika"

    Vom 02. – 04. 07. 2015 fand an der Europa-Universität Flensburg eine Tagung statt zum Thema: „Märchen und andere Narrationen in und über Afrika“

     

    „Mein Märchen springt hin und her – und setzt sich schließlich auf……“, so eine typische Einleitungsformel in der westafrikanischen Erzähltradition. Ganz anders, als in den Europa zumeist bekannten und tradierten Märchen wird in einer Vielzahl der Quellen aus westafrikanischem Erzählgut eine besondere Eigendynamik und Vitalität der Geschichte deutlich, die sowohl durch den Erzähler/ die Erzählerin selbst, als auch von der Zuhörerschaft aktiv mitgestaltet wird.

     

    Auf der Tagung zum Thema „Märchen und andere Narrationen in und über Westafrika“, die vom 02.-04.07.15 an der Europa-Universität Flensburg stattfand, haben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Disziplinen und Herkunft Erzähltraditionen aus afrikanischen Ländern näher beleuchtet und sowohl kulturanthropologisch als auch semantisch untersucht. Neben Afrikanisten, Germanisten und Historikern Europas waren auch Wissenschaftler westafrikanischer Länder mit Beiträgen vertreten. So berichtete der Germanist Prof. Mensah Wekenon Tokponto von der Universität Abomey-Calavi (Benin) über die ätiologische Funktion der Erzählungen bei den Fon in seinem Land, gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Sinseingnon Germain Sagbo, der am Beispiel der „Heiligen Wälder“ die aktuelle Bedeutung von Sagen in dieser Kultur hervorhob; ähnliches berichtete auch Akoété Agossou Agboyibo, Masterstudent aus Lomé, der die Funktion der Erzähltradition der Mina in Togo beschrieb. Dr. Elias Asiama von der University of Ghana stellte seinen performativen Ansatz vor. Der Theaterwissenschaftler an der University of Ghana in Legon bei Accra zeigte Filmbeispiele, in denen Studierendengruppen seiner Hochschule ihnen bekannte Märchen „in die Gegenwart“ projizierten, neu definieren und künstlerisch  darstellen. Dabei ging es insbesondere um Fragen der Aufmerksamkeit gegenüber der Natur und des  Umweltschutzes.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Diese gegenwärtige Funktion und Neudefinition brachte auch die Veranstalterin der Tagung, Professorin Bea Lundt von der Europa-Universität Flensburg,  zum Ausdruck. In ihrem Beitrag berichtete sie von ihren Forschungsergebnissen über Lieblingsgeschichten und Mediengewohnheiten ghanaischer Schülerinnen und Schüler. In mehr als 300 Interviews hat sie herausgearbeitet, dass die Jugendlichen Traditionen und Erfahrungen, welche sie durch die innerhalb der Familie erzählten Geschichten bekommen haben, noch immer mit ihren aktuellen lebensweltlichen Problemen verknüpfen.

     

    Aber auch die postkoloniale Kritik am „westlichen Bild Afrikas“ –  auch in den Beiträgen europäischer Referentinnen und Referenten – wurde immer wieder fokussiert. Die oftmals in den Medien überlieferte Darstellung Afrikas wurde somit relativiert und aus diversen Blickwinkeln kritisiert. Erzählungen aus Afrika wurden aber nicht nur theoretisch erschlossen, sondern auch in ihrer Performanz lebendig:  Prof. Tokponto, selber ein begnadeter Erzähler, gab im Rahmen der Tagung in der Buchhandlung Rüffer eine Kostprobe seiner Erzählkunst, die zahlreiche Bürger und Bürgerinnen der Stadt begeistert verfolgten.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Die Tagung setzte Kooperationen über Narrationen in Afrika fort, die 2012 zum Brüder-Grimm-Gedenkjahr mit einer Konferenz am Goethe-Institut Accra begonnen wurden. Diese fand in Zusammenarbeit von Prof. Lundt mit Prof. Ulrich Marzolph (Akademie der Wissenschaften Göttingen) statt, dem ersten deutschen Präsidenten der „International Society for Folk Narrative Research“ (ISFNR). Die Beiträge der Teilnehmenden aus fünf afrikanischen Ländern und Deutschland sind inzwischen publiziert, auch ein Band mit Märchen aus Benin erschien. Marzolph hatte auch zu dieser Tagung in Flensburg ein Grußwort geschrieben.

     

    Die bisherigen Ergebnisse aus den letzten Jahren konnten somit jetzt vertieft und weitere Kooperationen europäischer und afrikanischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vereinbart werden.

     

    (Text: Bea Lundt/ Nina Paarmann, Fotos und Layout Nina Paarmann)